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Eurobarometer-Umfrage: Europäer treiben mehr Sport, doch Einkommensunterschiede bleiben Barriere

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    Der Anteil der Nicht-Sportler in der EU sank auf 39 Prozent, der Zugang zu regelmäßiger Bewegung hängt jedoch weiterhin stark von Alter und Einkommen ab.

    Die Europäische Kommission hat die Ergebnisse einer umfassenden Eurobarometer-Umfrage zur sportlichen und körperlichen Aktivität der Bürgerinnen und Bürger in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union veröffentlicht. Laut der Erhebung, an der 26.508 Personen teilnahmen, ist das allgemeine Engagement bei regelmäßigem Training und aktiver Mobilität im Vergleich zu 2022 gestiegen. Gleichzeitig weist der Zugang zu Sport weiterhin deutliche soziale Ungleichheiten auf und hängt direkt von Haushaltsnettoeinkommen, Alter und Bildungsgrad der Befragten ab.

    In Deutschland rücken die Studienergebnisse Fragen zur Bezahlbarkeit sportlicher Infrastruktur für einkommensschwächere Familien sowie das Integrationspotenzial lokaler Sportvereine in den Fokus.

    Das Wichtigste in Kürze
    • Ergebnisse der Umfrage: Der Anteil der EU-Bürger, die angaben, nie Sport zu treiben, ging von 45 Prozent (im Jahr 2022) auf 39 Prozent zurück.
    • Regionale Kontraste: Spitzenreiter bei täglicher Aktivität sind Finnland und Dänemark, während in Portugal, Griechenland und Rumänien rund zwei Drittel der Bürger überhaupt keinen Sport treiben.
    • Hauptbarrieren: Zeitmangel (37 Prozent), fehlende Motivation (26 Prozent), gesundheitliche Einschränkungen (15 Prozent) und Mitgliedsbeiträge (12 Prozent).

    Eurobarometer-Zahlen: Zuwächse und regionale Unterschiede

    Fast die Hälfte der befragten EU-Bürger gab an, täglich oder mehrmals pro Woche Sport zu treiben oder körperlich aktiv zu sein. Ein deutlicher Zuwachs zeigte sich in der Alltagsmobilität: Der Anteil derjenigen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit oder Ausbildungsstätte pendeln, stieg von 24 Prozent im Jahr 2022 auf 37 Prozent. Zudem gaben 72 Prozent der Befragten an, regelmäßig Spaziergänge von mindestens 10 Minuten Dauer zu unternehmen.

    Gleichwohl bestehen innerhalb der Union erhebliche regionale Unterschiede:

    • Nordeuropa: Finnland (21 Prozent) und Dänemark (20 Prozent) verzeichnen die höchsten Anteile täglich aktiver Menschen; weitere 59 Prozent in beiden Ländern trainieren mehrmals wöchentlich.
    • Süd- und Osteuropa: Die geringste Beteiligung findet sich in Portugal (68 Prozent treiben nie Sport) sowie in Griechenland und Rumänien (jeweils 66 Prozent).

    Eine deutliche Mehrheit der Befragten betonte, dass körperliche Betätigung das psychische Wohlbefinden steigert und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Kommunen stärkt.

    Sozioökonomische Faktoren: Einkommen und Bildung

    Die Untersuchung verdeutlicht einen klaren Zusammenhang zwischen sportlicher Betätigung, finanzieller Lage und Bildungsniveau.

    Unter Bürgerinnen und Bürgern, die häufig Schwierigkeiten haben, ihre monatlichen Rechnungen zu begleichen, liegt der Anteil derjenigen, die gar keinen Sport treiben, bei 54 Prozent — bei finanziell abgesicherten Befragten sind es mit 26 Prozent nur halb so viele. Ähnlich verhält es sich bei der formalen Bildung: 59 Prozent der Europäer, die ihre Ausbildung mit 20 Jahren oder später abschlossen, trainieren mehrmals wöchentlich, während es bei jenen mit Schulabgang bis zum 15. Lebensjahr lediglich 23 Prozent sind.

    Roxana Mînzatu, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für soziale Rechte und Kompetenzen, betonte die Notwendigkeit chancengleichen Zugangs:

    „Immer mehr Europäerinnen und Europäer bewegen sich, doch der Zugang zu Sport hängt nach wie vor zu stark von Einkommen, Alter und Bildung ab. Jeder Mensch sollte wohnortnahen Zugang zu bezahlbaren Sportangeboten und sicheren Bewegungsräumen haben. Das bedeutet, Hürden für Kinder aus einkommensschwächeren Familien abzubauen, die Vereinsbeiträge nicht aufbringen können, und Angebote für ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderungen zu schaffen“, so die Kommissionsvertreterin.

    Bezahlbarer Breitensport in Deutschland: Vereine und Förderprogramme

    Für Menschen in Deutschland fangen etablierte Vereinsstrukturen und gesetzliche Förderinstrumente die Kosten kommerzieller Fitnessstudios weitgehend ab:

    1. Gemeinnützige Sportvereine (Sportverein): Bundesweit gibt es über 85.000 Sportvereine mit moderaten Mitgliedsbeiträgen (in der Regel 5 bis 15 Euro monatlich). Für Zuwanderer bieten Sportvereine eine ideale Möglichkeit zur Sprachpraxis und gesellschaftlichen Vernetzung.
    2. Präventionskurse der Krankenkassen (Präventionskurse): Gesetzliche Krankenkassen (GKV) bezuschussen gemäß § 20 SGB V zertifizierte Gesundheits- und Bewegungskurse (wie Yoga, Rückenschule oder Schwimmen) mit 80 bis 100 Prozent der Kosten (in der Regel bis zu zwei Kurse jährlich).
    3. Leistungen für Bildung und Teilhabe (BuT): Familien im Bezug von Bürgergeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag haben Anspruch auf monatlich bis zu 15 Euro pro Kind für Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen oder Musikschulen.
    Einordnung der Nodia-Redaktion

    Die europaweite Erhebung unterstreicht den Stellenwert körperlicher Bewegung für die Gesundheit und soziale Integration. In Deutschland stellen teure Verträge kommerzieller Fitnessstudios kein Hindernis für sportliche Aktivität dar: Über das dichte Netz lokaler Breitensportvereine und gesetzliche Kassenzuschüsse existieren flächendeckend kostengünstige Alternativen. Auskünfte zu Teilhabeleistungen für Kinder erteilen die zuständigen Jobcenter und Sozialämter.


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