Im zweiten Quartal 2026 sind die Wohnimmobilienpreise in der Europäischen Union im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,7 Prozent gestiegen. Dies berichtet Euronews unter Berufung auf Daten von Eurostat. In Deutschland betrug der nominale Anstieg 0,6 Prozent, während die Preise inflationsbereinigt um 2 Prozent sanken.
- Nach den von Euronews genannten Zahlen betrug das jährliche Preiswachstum in der EU 4,7 Prozent und in Deutschland 0,6 Prozent.
- Die stärksten Anstiege unter 29 erfassten europäischen Ländern verzeichneten Portugal mit 16,5 Prozent und Bulgarien mit 15,5 Prozent.
- In Finnland, Luxemburg und Frankreich waren die Preise im Jahresvergleich rückläufig.
Wie sich die Preisentwicklung unterscheidet
Laut Euronews verzeichneten neun von 29 europäischen Ländern im zweiten Quartal 2026 zweistellige Zuwachsraten im Jahresvergleich. Der Bericht nennt folgende nominale Veränderungen ohne Inflationsbereinigung:
| Land oder Region | Veränderung im Jahresvergleich |
|---|---|
| Portugal | +16,5% |
| Bulgarien | +15,5% |
| Spanien | +12,1% |
| EU insgesamt | +4,7% |
| Italien | +4,0% |
| Deutschland | +0,6% |
| Frankreich | −0,8% |
| Luxemburg | −2,2% |
| Finnland | −2,7% |
Nach Angaben von Euronews waren Finnland, Luxemburg und Frankreich die einzigen Staaten in dieser Auswahl, in denen die Preise im Vorjahresvergleich nachgaben.
Bereinigung um die Inflationsrate
Der Sender stellt dem nominalen EU-Preisanstieg von 4,7 Prozent eine Inflationsrate von 3,2 Prozent gegenüber und berichtet von einem realen Preisanstieg von 1,5 Prozent. Für Deutschland weist Euronews trotz des leichten nominalen Plus einen realen Wertverlust von 2 Prozent aus.
Damit verliefen die nominale und die reale Entwicklung in Deutschland im Berichtszeitraum gegenläufig.
Wie Fachleute die Unterschiede erklären
Der von Euronews Business zitierte Experte des Global Property Guide, Mikk Kalmet, führt die Divergenzen auf Wohnraummangel, Einkommensentwicklungen, Zinskonditionen für Baufinanzierungen und demografische Trends zurück. In Portugal übersteige die Nachfrage das Angebot deutlich, insbesondere in Lissabon, Porto und den Küstenregionen. Zu den Treibern zählten geringe Bautätigkeit, ausländische Investitionen und die Nachfrage im Tourismussektor.
Bezüglich Deutschlands verweist Euronews auf eine Einschätzung der ING-Analysten Carsten Brzeski und Franziska Biehl: Erneut gestiegene Hypothekenzinsen und eine verschlechterte Erschwinglichkeit dämpften die Nachfrage nach Immobilienkrediten.
Kalmet geht davon aus, dass anhaltende Angebotsengpässe und eine solide Nachfrage das Preisniveau in vielen europäischen Märkten weiter stützen könnten. Ein weiteres Jahr mit zweistelligen Zuwachsraten sei jedoch keineswegs garantiert.