Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) und die DB InfraGO haben die Strategie zur Generalsanierung der Schienenkorridore umfassend weiterentwickelt. Nach dem veröffentlichten Plan sind in den Jahren 2027 bis 2031 noch 13 Korridorsanierungen vorgesehen, statt der ursprünglich avisierten 21.
- Der Plan umfasst die Jahre 2027–2031 und sieht 13 statt 21 Korridorsanierungen vor.
- Nach Angaben von BMV und DB InfraGO werden Projekte nicht gestrichen, sondern zeitlich verschoben.
- Der Einbau von ETCS Level 2 ohne Signale ab Anfang der 2030er-Jahre steht unter dem Vorbehalt von Konsultationen mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen.
Prioritäten und Bauplanung
In einer Pressemitteilung der DB heißt es, BMV und DB InfraGO konzentrierten das Konzept auf 13 Korridore, um Termin- und Kostensicherheit bei den Großprojekten zu erhöhen. Nach Angaben von Ministerium und Unternehmen werden die übrigen Projekte nicht aufgegeben, sondern verschoben. Die Priorisierung der Sanierungen ab 2032 wollen die Beteiligten im Jahr 2027 festlegen.
DB InfraGO beabsichtigt zudem, Umleitungsstrecken robuster vorzubereiten und Korridorarbeiten enger mit dem sonstigen Baugeschehen im Schienennetz abzustimmen. Konkrete Maßnahmen zu einzelnen Korridoren sollen das BMV und DB InfraGO mit der Eisenbahnbranche und den Bundesländern erörtern.
Voraussetzungen für den ETCS-Rollout
Ab Anfang der 2030er-Jahre soll bei Korridorsanierungen im Regelfall ETCS Level 2 ohne Signale verbaut werden. Dem müssen, wie im Plan dargelegt, Konsultationen mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen nach den geltenden Regelwerken vorausgehen.
In den Jahren zuvor will DB InfraGO die Strecken für die digitale Betriebsführung vorbereiten, soweit dies technisch möglich ist. Für bestimmte Abschnitte, darunter Troisdorf–Wiesbaden und Rosenheim–Salzburg, ist nach Abstimmung mit der Branche eine Übergangsvariante von ETCS Level 2 mit Signalen vorgesehen.
Stufenweises Hochfahren des Verkehrs
Nach Abschluss der Bauarbeiten soll der Bahnbetrieb schrittweise wieder aufgenommen werden: in der Regel zunächst für den Güterverkehr und anschließend für den Personenverkehr. In den ersten Wochen können zeitweise noch punktuelle Einschränkungen, Fahrzeitpuffer oder eine gegenüber dem späteren Vollbetrieb reduzierte Kapazität gelten.
BMV und DB InfraGO halten an dem Ziel fest, infrastrukturbedingte Störungen nach einer Sanierung um 80 Prozent zu senken. Die Pressemitteilung stellt klar, dass dies keine Zielmarke für die ersten Betriebstage darstellt, sondern spätestens 100 Tage nach Wiederinbetriebnahme des Abschnitts erreicht werden soll.